Die Geschichte der Karibik ist geprägt von Begegnungen, Eroberungen und bemerkenswerter Widerstandsfähigkeit. Vor 1492 waren die Inseln die Heimat indigener Völker — Taíno in den Großen Antillen, Kalinago (Inselkariben) in den Kleinen Antillen und die Lucayaner auf den Bahamas. Ihre Kanu-Netzwerke verbanden Inseln über Tausende von Kilometern Meer. Christoph Kolumbus landete am 12. Oktober 1492 auf den Bahamas und öffnete die Karibik für die europäische Kolonisation. Spanien, Frankreich, England, die Niederlande und Dänemark beanspruchten alle Inseln und führten oft erbitterte Kriege. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand die Zuckerplantagenwirtschaft — und mit ihr der transatlantische Sklavenhandel, der Millionen von versklavten Afrikanern auf die Inseln brachte. Die Haitianische Revolution (1791–1804) war die einzige erfolgreiche Sklavenrevolte in der Geschichte und schuf die erste schwarze Republik der Welt. Großbritannien schaffte 1834 die Sklaverei in seinen Kolonien ab, Frankreich 1848, die Niederlande 1863 und schließlich Kuba 1886. Das 20. Jahrhundert brachte Unabhängigkeitsbewegungen mit sich — Kuba (1902, dann 1959), Dominikanische Republik, Haiti, Jamaika (1962), Trinidad und Tobago (1962), Barbados (1966), Bahamas (1973), Grenada (1974), Dominica (1978), St. Lucia (1979), St. Vincent (1979), Antigua und Barbuda (1981), Belize (1981), St. Kitts und Nevis (1983). Einige Inseln haben sich für weitere Verbindungen entschieden — Puerto Rico ist ein US Commonwealth, die US Virgin Islands ein US-Territorium, die British Virgin Islands ein britisches Überseegebiet, die französischen Überseedepartements umfassen Guadeloupe und Martinique, und Aruba/Curaçao/Sint Maarten/Bonaire sind Teil des Königreichs der Niederlande. Heute ist die Karibik ein Mosaik — über 30 Territorien sprechen Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Französisch-Kreolisch, Papiamento und indigene Sprachen — verbunden durch gemeinsame Geschichte, Musik, Essen und das türkisfarbene Meer.